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Christoph Bock erhält wichtige Förderung für die Erforschung personalisierter Therapien bei Kindern

Christoph Bock erhält wichtige Förderung für die Erforschung personalisierter Therapien bei Kindern
© Klaus Pichler/CeMM

CeMM Principal Investigator Christoph Bock konnte eine wichtige Förderung des European Partnership for Personalised Medicine (EP PerMed) einwerben: Sein auf drei Jahre angelegtes Projekt „PharmocogenOmics for minimized Risk and better Efficacy in Children on high-dose Steroid Treatment (PhORECaST)“ widmet sich der gezielteren Anwendung hochdosierter Glukokortikoide – einer zentralen, zugleich jedoch komplexen Therapieoption bei akuten immunvermittelten Erkrankungen im Kindesalter.

Diese Erkrankungen nehmen weltweit zu und treten häufig bereits in sehr jungen Jahren auf, was die langfristige Versorgung der betroffenen Kinder erschwert. Hochdosierte Glukokortikoide (GC) gelten aufgrund ihrer schnellen und starken entzündungshemmenden Wirkung als unverzichtbar. Ihr Einsatz folgt jedoch bislang vielfach klinischer Erfahrung statt klarer evidenzbasierter Leitlinien: Weder optimale Dosierungen noch verlässliche Vorhersagen zum individuellen Therapieansprechen oder zu möglichen Nebenwirkungen stehen derzeit ausreichend zur Verfügung. Zugleich sind die epigenetischen, metabolischen und immunologischen Auswirkungen dieser Therapie bei Kindern noch unzureichend verstanden.

Hier setzt PhORECaST an: Das Projekt kombiniert klinische Daten mit modernsten Multi-Omics-Ansätzen – von Genomik und Epigenomik über Transkriptomik und Proteomik bis hin zur Metabolomik. Ziel ist es, molekulare Signaturen zu identifizieren, die sowohl Wirksamkeit als auch Risiken der Behandlung vorhersagen können, und damit den Weg für präzisere, evidenzbasierte Therapiestrategien zu ebnen.

Am CeMM werden Christoph Bock und sein Team die epigenomischen Analysen von Patient:innenproben verantworten. Mithilfe von Verfahren wie ATAC-seq untersuchen sie, wie Glukokortikoide die Genregulation in Immunzellen beeinflussen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen ein systemisches Verständnis des Therapieansprechens ermöglichen und in prädiktive Modelle für klinische Entscheidungen einfließen.

Das Projekt vereint führende Forschungseinrichtungen aus ganz Europa, darunter Partner in Deutschland, Finnland, Schweden, Luxemburg und der Tschechischen Republik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit bündelt Expertise aus klinischer Pädiatrie, Systembiologie, Bioinformatik und Ethik – mit dem klaren Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse rasch in die klinische Anwendung zu überführen.

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