CeMM ist Partner des LIBRA-Projekts
Am CeMM erkennen wir ein zentrales Problem: Während etwa die Hälfte der Doktorand:innen in Europa Frauen sind, sinkt ihr Anteil auf der Postdoc-Ebene deutlich – und nimmt in Führungspositionen drastisch ab. Dieser Trend stellt einen erheblichen Verlust an Talent und Ressourcen im Bereich der Bildung, der wissenschaftlichen Forschung und des Arbeitsmarkts dar.
Um dem Ungleichgewicht der Geschlechter in leitenden Positionen entgegenzuwirken, ist das CeMM dem durch Horizon 2020 geförderten Projekt LIBRA beigetreten. Gemeinsam mit 12 führenden europäischen Forschungseinrichtungen der EU-LIFE-Allianz setzen wir uns dafür ein, unsere institutionellen Rahmenbedingungen in vier zentralen Bereichen zu verbessern:
- Rekrutierungspolitik und -verfahren
- Karriereentwicklung und Fortbildung
- Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
- Integration der Geschlechterdimension in der Forschung
Mit Unterstützung einer auf Genderfragen spezialisierten Organisation haben wir zunächst eine umfassende Analyse der Gleichstellung am CeMM durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurde ein maßgeschneiderter Gender Equality Plan entwickelt, der konkrete Maßnahmen vorsieht:
- Beseitigung geschlechtsspezifischer Verzerrungen im Einstellungsprozess
- Mentoring-Programme und Fortbildungen für das gesamte wissenschaftliche Personal zur Förderung von Bewusstsein und Karrierechancen
- Förderung einer ausgewogenen Work-Life-Balance für CeMM-Mitarbeitende
- Stärkung der wissenschaftlichen Exzellenz durch Integration von Geschlechterperspektiven in die Forschung
- Erhöhung der Attraktivität des CeMM als Arbeitgeber für Wissenschaftlerinnen
Mit der Umsetzung dieser Initiativen setzt CeMM ein klares Zeichen für eine inklusive, chancengerechte und innovative Forschungskultur.
LIBRA-Rekrutierungsleitfaden
Vielfalt ist ein zentrales Merkmal moderner, innovativer und erfolgreicher Arbeitsumgebungen. Sie erweitert den Talentpool, bringt neue Perspektiven in Teams ein und führt langfristig zu höherer Produktivität und persönlichem Wachstum.
Um Diversität aktiv zu fördern, ist es entscheidend, Rekrutierungsprozesse systematisch zu analysieren und so zu gestalten, dass sie objektiv, inklusiv und chancengerecht sind.
Der im Rahmen des LIBRA-Projekts entwickelte Rekrutierungsleitfaden soll die teilnehmenden Institute dabei unterstützen, die besten Talente zu gewinnen – und dabei aktiv Vielfalt und Inklusion zu fördern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Bekämpfung unbewusster Vorurteile sowie auf strukturierter und transparenter Entscheidungsfindung.
Das Handbuch enthält eine Sammlung bewährter Verfahren und Empfehlungen für faire und objektive Auswahlprozesse – insbesondere bei der Besetzung von Führungspositionen in der Wissenschaft. Viele dieser Strategien lassen sich jedoch auch auf die Rekrutierung von PhD-Studierenden, Postdocs und technischen Mitarbeiter:innen anwenden und leisten so einen Beitrag zu Exzellenz und Vielfalt auf allen Ebenen der Forschung.