Eine Sequenzierungsplattform
Next-Generation-Sequencing (NGS)-Technologien haben die Genomforschung in den letzten zehn Jahren grundlegend verändert. Durch moderne NGS-Protokolle und Sequenziergeräte ist es heute wirtschaftlich möglich, Milliarden von DNA- oder RNA-Fragmenten aus einer einzelnen Probe gleichzeitig zu sequenzieren. Dies erlaubt umfassende Analysen von Genomen und Transkriptomen in bislang unerreichter Tiefe und Detailgenauigkeit.
Die Biomedical Sequencing Facility (BSF) ist Österreichs erste spezialisierte Technologieplattform für Next-Generation-Sequencing in der Biomedizin. Sie ist somit in einer Schlüsselposition, um die Entwicklung der genomischen Medizin im Land maßgeblich voranzutreiben. Die BSF bietet modernste Sequenzierungstechnologien, fachkundige bioinformatische Unterstützung und erleichtert den Zugang zu postgenomischen Methoden für Forscher:innen aus den Lebenswissenschaften ebenso wie für klinische Wissenschaftler:innen. Darüber hinaus ist die BSF an mehreren richtungsweisenden Forschungsinitiativen beteiligt, die den Machbarkeitsnachweis für die genomische Medizin in Österreich erbringen sollen.
Christoph Bock
Christoph Bock ist Principal Investigator am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Professor für Medizinische Informatik und Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz an der Medizinischen Universität Wien. Er ist wissenschaftlicher Koordinator der Biomedical Sequencing Facility des CeMM und der MedUni Wien, Mitglied des Human Cell Atlas Organizing Committee, Fellow des European Lab for Learning and Intelligent Systems (ELLIS) und gewähltes Vorstandsmitglied der Jungen Akademie in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Er hat wichtige Forschungspreise erhalten, darunter einen ERC Starting Grant (2016-2021), einen ERC Consolidator Grant (2021-2026), die Otto Hahn Medaille der Max-Planck-Gesellschaft (2009), den Overton Prize der International Society for Computational Biology (2017) und den Erwin Schrödinger Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2022). Seit 2019 ist er jedes Jahr in der globalen Liste der „Highly Cited Researchers“ von Clarivate Analytics (ISI Web of Science) enthalten. Er war Mitbegründer von Myllia Biotechnology, einem in Wien ansässigen Startup-Unternehmen, das Einzelzell-Methoden für die Hochdurchsatzbiologie und die Wirkstoffforschung entwickelt und anwendet.
Michael Schuster
Michael Schuster ist ausgebildeter Biochemiker und promovierte 2003 an der Universität Wien. Von 2004 bis 2012 war er als Staff Scientist am EMBL-European Bioinformatics Institute in Cambridge (UK) tätig, wo er im Rahmen des Ensembl Genome Browser-Projekts unter der Leitung von Ewan Birney arbeitete. Sein Schwerpunkt lag auf der systematischen Qualitätsbewertung automatisierter Genomannotations-Builds, die entscheidend zur Erstellung hochwertiger und informationsreicher Genomassemblierungen für Mensch, Maus und Zebrafisch beitrugen. Da der genomische Kontext weitere Inkonsistenzen in vorgelagerten Datenressourcen aufzeigte, arbeitete er eng mit Biokurator:innen am EMBL-EBI zusammen, insbesondere mit den Teams von UniProt und des Wellcome Trust Genome Campus, um Fragen der Datenqualität zu adressieren.
Im Jahr 2013 wechselte Michael Schuster an die Biomedical Sequencing Facility (BSF) am CeMM. Als stellvertretender Leiter der BSF und Bioinformatiker für Next-Generation Sequencing (NGS) ist er verantwortlich für die Datenanalyse von Genom-, Transkriptom- und Epigenom-Datensätzen, die die BSF für Forschungsgruppen am CeMM, an der Medizinischen Universität Wien sowie für die nationale und europäische Wissenschaftsgemeinschaft generiert.
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